Feuer machen wie Cody Lundin…

Zu jedem Survival Training gehört das Entfachen eines Feuers dazu. Nicht nur, weil das einfach Spaß macht, sondern weil es eine der wichtigsten Fähigkeiten ist, die du für das Überleben in der Wildnis beherrschen musst. Feuer wärmt dich nicht nur, es schützt dich auch, bietet dir die Möglichkeit, Essen zuzubereiten und Licht zu haben und vertreibt lästige Insekten.

Nun weißt du als Prepper, dass du unter ungünstigen Umständen nicht immer Zugriff auf einen Ofen, ein Feuerzeug oder Streichhölzer hast. Du musst ein Feuer im Ernstfall also anders entfachen. Möglichkeiten gibt es viele, die Frage ist bloß, welche das sind und wie das geht.

Feuer machen

Was brennt am besten?

Was dir sicherlich klar ist, ist, dass du für ein Feuer Holz brauchst. Zwar gibt es auch andere Materialien, die du entzünden kannst, in der Praxis ist Holz jedoch nicht nur das effektivste Brennmaterial, es ist auch am leichtesten aufzufinden.

Trockenes Holz brennt besser als nasses. Solltest du kein trockenes Holz finden können und auch die untersten Äste eines Nadelbaums durchnässt sein, so kannst du das gefundene Holz entrinden. Darunter ist es meist noch trocken genug, um sich zwar schwerer, aber dennoch gut entzünden zu lassen.

Der richtige Zunder und die perfekte ReihenfolgeFeuer machen

Bevor du dir jedoch Gedanken über das Holz machst, mit dem du ein Feuer füttern kannst, musst du dir überlegen, welchen Zunder du verwenden musst, um überhaupt Feuer zu machen. Hierfür brauchst du etwas, was sich schnell entzündet.

Dieses Brennmaterial eignet sich besonders gut und steht dir in nahezu jeder Situation zur Verfügung:

  • Papier
  • Stoff
  • Watte
  • trockenes Gras oder Laub
  • Zweige
  • Holzspäne
  • Rinde (besonders Birke)
  • Disteln
  • Nadeln von Bäumen
  • Flugsamen von Löwenzahn
  • Zunderschwamm (gräulicher Pilz, der an Bäumen wächst)

Brennt dein Zunder, so musst du weiteres Brennmaterial nachlegen. Dieses sollte nun größer sein als der Zunder und länger brennen. Kleine Äste oder Rinde erfüllen diesen Zweck. Achte darauf, dass diese ebenfalls trocken sind und warte, bis sie sich entzündet haben, bevor du größere Äste nachlegst.

Bis das Feuer die gewünschte Größe erreicht hat, legst du nun immer größeres Holz nach und wartest jedes Mal, bis sich das zuvor aufgelegte Holz entzündet hat und das Feuer dadurch stabilisiert wurde. Hierfür ist es wichtig, dass du zu Beginn beim Feuer bleibst und kontinuierlich nachlegst.

Dein Brennmaterial solltest du darum immer vorab sammeln und dir einen Vorrat anlegen. Musst du schon beim Starten eines Feuers losziehen, um weiteren Brennstoff zu sammeln, wird dir dein Feuer schnell ausgehen und du musst von vorne beginnen.

Feuer machenFeuer machen

Ein Feuer ohne Feuerzeug zu entfachen erfordert etwas Übung. In einer Survival Situation oder beim Bushcraft ist dies jedoch der normale Weg. Es gibt etliche verschiedene Methoden, wie du ein Feuer machen kannst. Damit du einen Überblick bekommst, wie vielseitig dies ist, findest du hier fünf Methoden, die in der Survival Bibel ebenfalls erklärt werden.

1. FeuerstahlFeuer machen

Das Standardmittel schlechthin um Feuer zu machen ist der Feuerstahl. Er ist nicht nur beim Survival Training beliebt, sondern findet mittlerweile in vielen Haushalten einen Platz – für den Fall der Fälle. Es handelt sich dabei um einen Magnesium- oder Auermetallstab, mit welchem du, mit Hilfe eines Messers, Funken erzeugen kannst, die besonders heiß sind und damit Zunder schnell entflammen können.

Im Gegensatz zu Streichhölzern oder Feuerzeugen ist der Feuerstahl deutlich haltbarer, sparsamer und effektiver. Etliche Survival Gegenstände, wie beispielsweise das Survivalarmband, haben als Zusatz einen Feuerstahl an Bord.

2. Feuerstein

Feuer machen

Nach einem ähnlichen Prinzip wie das des Feuerstahls funktioniert auch der Feuerstein. Hierbei handelt es sich um einen quarzhaltigen Stein, mit dem du ebenfalls durch Schlagen Funken erzeugen kannst. Je nachdem, wo du dich aufhältst, kannst du solche Steine finden und dir zunutze machen.

Wirklich darauf verlassen kannst du dich aber nicht, da Feuersteine nicht überall vorkommen. Dennoch ist es sinnvoll, wenn du diese identifizieren kannst und so bei Bedarf die Möglichkeit hast, darauf zurückzugreifen.

3. FeuerbogenFeuer machen

Deutlich primitiver wird es, wenn du dir einen Feuerbogen baust. Das kennst du sicher aus dem Fernsehen oder aus Büchern. Du nutzt hierfür einen gebogenen oder L-förmigen Ast, dessen Enden du mit einer Schnur verbindest. Diese sollte gespannt sein. Einen weiteren Ast (Spindel) klemmst du nun in die Schnur ein und stellst ihn auf ein Feuerbrett, ein trockenes und möglichst flaches Stück Holz.

Oben auf die Spindel setzt du zum Schutz deiner Hand ein kleines Stück Holz, hältst damit die Spindel fest und bewegst den Feuerbogen nun gleichmäßig und zügig vor und zurück. Die Schnur bewegt die Spindel und durch die Reibung auf dem Feuerbrett entsteht Wärme. Es bildet sich heiße Asche, die du zu deinem Zunder gibst und welche schließlich ein Feuer entfacht.

Der Feuerbogen ist eine sehr traditionelle Art, ein Feuer zu machen. Sie ist effektiv, braucht jedoch viel Ausdauer und Übung. Du solltest diese Technik unbedingt üben, da du andernfalls im Fall der Fälle möglicherweise keinen Erfolg haben wirst.

4. LupeFeuer machen

Du kannst zum Entfachen eines Feuers aber noch weitere Hilfsmittel benutzen, sofern du sie zur Hand hast. Eine Lupe bündelt durch ihre Vergrößerung das einfallende Licht und kann trockenes Material entzünden. Hierbei ist es wichtig, dass das Licht wirklich nur auf einen kleinen Punkt auf deinem Brennmaterial trifft.

Hast du keine Lupe zur Hand, was in deinem Survival Training durchaus realistisch ist, kannst du auch eine Brille oder das Glas einer Flasche oder ähnlichem nutzen. Der Effekt ist hierbei nicht so hoch und es dauert länger, doch auch damit lässt sich ein Feuer entfachen.

5. EislinseFeuer machen

Bist du im Winter in der leidlichen Situation, ein Feuer ohne Hilfsmittel entfachen zu müssen, so kannst du dir wie Cody Lundin eine Eislinse anfertigen, welche auf dieselbe Art ein Feuer machen kann, wie die Lupe. Eislinsen bilden sich zwar durchaus von selbst, für dich ist es jedoch deutlich leichter, wenn du dir eine anfertigst.

Du kannst bereits gefrorenes Wasser zu einer Linse formen oder du gibst noch flüssiges Wasser in ein etwas 30 cm großes rundes Gefäß und lässt es gefrieren. Es ist wichtig, dass das Glas klar ist, darum bietet es sich an, das Wasser vorab zwei bis drei Mal abzukochen.

Ist das Wasser gefroren, so formst du daraus eine Linse. Hierfür gibst du mit deinem Überlebensmesser dem Eis die grobe Form und schmilzt es dann mit deinen Händen in die richtige Form. Achte darauf, dass die Linse auf beiden Seiten glatt ist, da sonst die Sonnenstrahlen nicht gut gebündelt werden. Je genauer du hier bist, desto einfacher lässt sich das Feuer entfachen.

Wer ist Cody LundinFeuer machen

Cody Lundin ist neben Bear Grylls einer der derzeit bekanntesten Survival Experten schlechthin. Er stammt aus den USA und hat nicht nur Bücher zum Thema Survival geschrieben, sondern bildet nach wie vor Menschen im Überleben aus. Dabei unterrichtet er sie nicht nur im Feuer machen, sondern lehrt sie auch alle weiteren Fähigkeiten, damit ihnen das Überleben in der Wildnis gelingt.

Vorsicht ist geboten!Feuer machen

Gerade wenn du nur übst, wie du mit einfachen Mitteln Feuer machen kannst, so musst du unbedingt einige Sicherheitsvorkehrungen treffen. Waldbrände können unglaublich schnell entstehen und nicht nur dich, sondern viele weitere Menschen und im Wald lebende Tiere gefährden.

Du solltest darum dein Feuer niemals unbeaufsichtigt lassen und auch noch heiße Glut nicht zurücklassen. Ein Windstoß kann dafür sorgen, dass sich erneut ein Feuer entzündet. Halte zur Sicherheit immer ausreichend Löschmittel wie Wasser oder Erde bereit, um das Feuer schnell zu löschen.

Ich habe Feuer gemacht!Feuer machen

Im Film „Cast Away“ springt Tom Hanks stolz um sein Feuer herum, welches er mit einem Feuerbogen entfacht hat. Das Feuermachen ohne Hilfsmittel wird bei dir ein ähnliches Glücksgefühl auslösen, denn es ist nicht einfach, dafür aber sehr befriedigend.

Du solltest unbedingt üben, wie du auf verschiedene Arten ein Feuer entfachen kannst, damit du im Ernstfall weißt, was zu tun ist. Verlasse dich nicht darauf, dass dein Feuerzeug funktioniert oder du einen Feuerstahl bei dir hast. Du als echter Prepper magst diese Hilfsmittel in der Krise zwar nicht vergessen, doch du kannst sie verlieren. Wärme und Wasser sind für dich überlebenswichtig.

Verlasse dich darum auf deine Fähigkeiten, ein Feuer auch ohne eine Lupe oder einen Feuerstein machen zu können. Entfache doch am nächsten Grillabend das Feuer mit einem Feuerbogen und beeindrucke deine Gäste damit. Es wird länger dauern und deutlich anstrengender sein, aber deinen Gästen wird es gefallen und du kannst dabei deine Survival Künste verbessern.

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